Mein Praktikum im Europäischen Parlament

  • Zeitraum: Anfang Februar 2018 – Mitte März 2018
  • Standort: Brüssel

Mein Name ist Naomi Renardy. Ich bin 23 Jahre alt und komme aus dem schönen Ostbelgien, nahe Aachen. Schon während des Studiums der Gesellschaftswissenschaften an der RWTH Aachen University hatte ich die Möglichkeit, mich im Rahmen verschiedenster Vorlesungen intensiv mit der europäischen Integrations- und Institutionenlehre zu beschäftigen. Insbesondere nach dieser vorwiegend theoretischen Herangehensweise an das Thema Europa war mein Interesse geweckt, einen praktischen Bezug zum Erlernten herzustellen. Aus diesem Grund beschloss ich, mich um ein sechswöchiges Praktikum im Abgeordnetenbüro von Arndt Kohn in Brüssel zu bewerben.

Anfang Februar war es nach Monaten des Wartens dann endlich so weit. Vor dem Haupteingang des Altiero-Spinelli-Gebäudes wurde ich herzlich empfangen und in das Büro geleitet, welches für die nächsten Wochen meine Arbeitsstätte sein sollte. Dort erhielt ich sogleich eine erste kurze Einführung in die bevorstehenden Aufgaben und wurde dem gesamten Team der sogenannten Europa-SPD bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten vorgestellt.

Vielfältige Aufgaben

Was in den kommenden Wochen folgte, hätte nicht spannender sein können. Zu den vielfältigen Aufgaben, die mir übertragen wurden, gehörten unter anderem Recherchearbeiten zu verschiedenen Themen, die Beantwortung von Bürgeranfragen und das Protokollieren von Vorbereitungstreffen sowie Ausschuss- und Fraktionssitzungen. Zudem wurde ich aktiv in Projekte eingebunden, die sowohl den Wahlkreis als auch Brüssel betrafen. Der Einblick in die inhaltliche Arbeit des Team Kohn war besonders spannend: Während im Haushaltskontrollausschuss die Entlastungsverfahren der Institutionen auf der Tagesordnung standen, beschäftigte sich der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz in diesen Tagen mit Themen wie Cybersicherheit und dem damit einhergehenden Mandat der Agentur ENISA oder etwa dem illegalen Kulturgütertransport.

Neben der alltäglichen Arbeit im Büro durfte ich ebenfalls an Abendveranstaltungen teilnehmen, die oftmals interessante Podiumssitzungen bereithielten und mit aktuellen Themen aufwarteten. So erinnere ich mich gerne an eine Diskussionsrunde in der Landesvertretung des Landes NRW unter dem Leitspruch „Ermittlungsbefugnisse über Grenzen hinweg! – Sind nationale Zuständigkeiten bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität noch zeitgemäß?“

Tieferes Verständnis für EU-Politik

Mit vielen praktischen Einblicken in die Funktionsweise des Europäischen Parlaments, sowie einem tieferen Verständnis für die Beziehungen des Europäischen Parlaments zu anderen europäischen Institutionen, verließ ich Brüssel Mitte März dann bereits wieder. Über den gewünschten Praxisbezug zum Studium hinaus, den ich in vollem Maße erhalten habe, wird mir vor allem die einzigartige Atmosphäre im Europäischen Parlament in Erinnerung bleiben.

In Zeiten, in denen die Europäische Union ihre Identität und Einheit gegenüber Kritikern immer wieder beschwören muss, machen es Abgeordnete und Mitarbeiter aus 28 Mitgliedsstaaten vor und zeigen, wie leicht es sein kann, den Puls Europas zu spüren. Sei es in der Aufarbeitung verschiedener Sichtweisen, der Führung widersprüchlicher Debatten voller Leidenschaft oder praktisch gelebter Demokratie.

Ich kann jedem/jeder politikinteressierten Student*in oder Schüler*in ein Praktikum in Herrn Kohns Abgeordnetenbüro nur empfehlen. Wer neben der Gelegenheit, seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Unionspolitik auszubauen, ebenfalls eine gewinnbringende persönliche Erfahrung sucht, ist hier genau richtig! Abschließend möchte ich mich bei Dir, lieber Arndt, und Deinem gesamten Team bedanken, sowohl im Wahlkreis als auch in Brüssel selbst. Ich sage Danke für eine spannende und lehrreiche Zeit, Eure ausgezeichnete Betreuung und die Möglichkeit, europäische Politik hautnah miterleben zu dürfen.

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